
Platzkonzert für Bleiberecht - Jetzt!

Freitag, 10. Oktober, Stadtplatz Vöcklabruck. Rund 300 Menschen finden
sich im Laufe des Platzkonzertes für Bleiberecht ein, welches vom Vöcklabrucker
Armutsnetzwerk anlässlich des österreichweiten Tages des Bleiberechts
veranstaltet wurde. „Weil wir Platz haben für langjährig hier
lebende, gut integrierte Asylwerber und Asylwerberinnen“, so lautet
die zentrale Botschaft. Oft leben und arbeiten diese Menschen hier schon jahrelang
und die Kinder gehen hier zur Schule. „Wir finden es unvernünftig
und unmenschlich, diese gut integrierten Menschen abzuschieben und anstelle
derer neue Arbeitskräfte ins Land zu holen“, meint Bert Hurch-Idl,
Betriebsseelsorger und Sprecher des Armutsnetzwerkes, der durch das Programm
führt. Deshalb fordert das Armutsnetzwerk Vöcklabruck gemeinsam
mit vielen großen Organisationen wie Caritas, Volkshilfe, Diakonie,
Rotes Kreuz usw. ein menschenrechtskonformes Bleiberecht. Unmenschliche, tägliche
Schikanen und Härten müssen zugunsten von mehr Menschlichkeit und
einem Asylrecht, das den Menschenrechten entspricht, endlich weichen.
Musikalischen Auftakt zu dieser Veranstaltung bildet das Vokal- und Instrumentalensemble
MIRA, welches in seinen Liedern zum Ausdruck bringt: „wir stehen hier,
weil es uns nicht gleichgültig ist, wenn Menschen neben uns in ständiger
Angst leben müssen, ob sie abgeschoben werden, jahrelang zittern müssen,
ob sie Platz haben.“ Von Sr. Hiltrud Bittermann überbrachte Grußworte
der Generaloberin der Franziskanerinnen Vöcklabruck, Sr. Kunigunde Dr.
Fürst, Grußworte des ÖGB-Bezirkssekretärs Frederik Schmidsberger
sowie des Dechants Josef Friedl schlagen einen eindrucksvollen inhaltlichen
Bogen sowie zeugen von persönlichem Engagement. „Wir kennen viele
Opfer. Aber wer nennt die Täter beim Namen? Wir werden dereinst gefragt
werden: ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen?“, so formulierte
Dechant Friedl in seiner Rede. „Danke, dass es euch gibt, die ihr auf
euer Gewissen hört und dafür eintretet, dass an eurer Seite niemand
umkommt, sondern aufkommt.“ Den Bogen vervollständigte der offizielle
Gast der Stadt Vöcklabruck, Stadtschreiber Mark Pätzold mit einer
engagierten Lesung. Musikalisch begleitet wurde das Platzkonzert von dem Klarinettenduo
Schweitzer Valentin und Peter Wessely. Beschwingte Töne und Rhythmen
von Charly Haidecker, Roland Fuchs und Heinz Gstöttner ließen dieses
Platzkonzert eindrucksvoll ausklingen. Mit dieser stimmungsvollen Veranstaltung
setzte das Vöcklabrucker Armutsnetzwerk ein deutliches Zeichen an die
Politik, dass im Sinne von Menschlichkeit eine menschenrechtskonforme, dem
Urteil des VfGH entsprechende Bleiberechtsregelung in Österreich längst
überfällig ist. Ein kraftvolles Zeichen, dass viele Menschen eintreten
für ein gastfreundliches, die Menschenwürde und die Menschenrechte
respektierendes Österreich.