
Sparen mit sozialem Charakter
Solidarsparbuch ermöglicht Starthilfen für Wohnungen
Für immer mehr Menschen wird der Einstieg zur eigenen Wohnung eine große finanzielle Hürde. Kautionen oder Baukostenzuschüsse, Gebühren und Einrichtung müssen bezahlt werden. Menschen mit geringem Einkommen schaffen das nicht aus eigener Kraft.
Mit dem Projekt „Starthilfe Wohnen“ haben Armutsnetzwerk, Regionalmanagement
und Sparkasse ein Modell entwickelt, hilfsbedürftigen Mitmenschen eine
leistbare Wohnung zu ermöglichen.
„Das Armutsnetzwerk Vöcklabruck ist eine Plattform aus sozialen Einrichtungen,
Interessensvertretungen und kirchlichen Organisationen. Ziele sind Bewusstseinbildung
durch Öffentlichkeitsarbeit sowie konkrete Unterstützungsprojekte
für von Armut betroffene Menschen in den Bezirken Vöcklabruck und
Gmunden. In der Vergangenheit wurden bereits Projekte wie der Aktivpass und
der Sozialmarkt Vöcklabruck initiiert. Im konkreten Projekt arbeiten in
der Region gut verankerte Sozialeinrichtungen zusammen. Zukunftsweisend ist
die Kooperation mit Regionalmanagement und Sparkasse. „Starthilfe Wohnen“
ist ein Projekt gelebter Solidarität in der Region“
Sr. Kunigunde Fürst, Generaloberin der Franziskanerinnen, Sprecherin des
Armutsnetzwerkes
„Eine der Hauptaufgaben des Regionalmanagements ist die Beratung, Begleitung
und Unterstützung regionaler Ideen, Projekte und Initiativen. „Starthilfe
Wohnen“ ist eine derartige regionale Initiative, die sich vor allem durch
die gelungene Zusammenarbeit verschiedener (sozialer) Einrichtungen auszeichnet.
Es ist gelungen, über institutionelle Grenzen hinaus gemeinsam ein neues
Angebot zu entwickeln. Die „Starthilfe Wohnen“ bietet damit direkten
Nutzen für jene Menschen, für die es keine Selbstverständlichkeit
ist, sich eine eigene Wohnung leisten zu können. Anhand dieses praxisnahen
Beispiels zeigt sich: Gelebte regionale Kooperation bringt einen direkten Mehrwert
und Nutzen für die Menschen in der Region.“
Bürgermeister Herbert Brunsteiner, Obmann-Stv. Regionalmanagment Vöcklabruck-Gmunden
Solidarsparbuch: Sparen mit sozialem Charakter
Das „Solidarsparbuch“ der Sparkasse OÖ wird als erster Teil
des Projektes nun umgesetzt.
Die Sparkasse Oberösterreich hat im Rahmen der Kooperation mit dem Armutsnetzwerk
Vöcklabruck-Gmunden eine Sondersparform geschaffen – das Solidarsparen:
Statt der allgemeinen Praxis, Spenden als Unterstützung für Projekte
einzusammeln bietet die Sparkasse OÖ in all ihren Filialen das Solidarsparbuch
an. Es handelt sich hier um eine täglich fällige Spareinlage mit einem
derzeitigen garantierten Zinssatz bis 31. Dez. 2010 in Höhe von 1%. Davon
gehen 50% des Zinsertrages zum Jahresende direkt als Unterstützung an das
Armutsnetzwerk. Im Dezember 2010 wird ein neuer garantierter Zinssatz für
das Jahr 2011 vereinbart. Das Sparbuch ist nach wie vor die beliebteste Sparform
der ÖsterreicherInnen.
“Die Sparkasse OÖ hat seit ihrer Gründung ein großes
Engagement im sozialen Bereich. Mit diesem etwas anderen Weg, Bedürftige
zu unterstützen, zeigt sich wieder einmal mehr, dass die Sparkasse OÖ
für innovative Lösungen der richtige Partner ist und auf einfache
Art und Weise ihr technisches Netzwerk in Verbindung mit den vielen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern in den Dienst der guten Sache stellt.“
Dir. Günter Cerny, Sparkasse OÖ
Rückzahlbare Unterstützungen
Der zweite Teil des Projektes „Starthilfe Wohnen“ besteht aus der
Vergabe von rückzahlbaren Unterstützungen von bis zu 2000 Euro, die
in kleinen monatlichen Raten zurück bezahlt werden. Diese werden aus einem
„Solidarfonds“ ausbezahlt, der aus Großspenden (u. a. von
der Sparkasse OÖ) und aus Zinsanteilen der Solidarsparbücher (Sparkasse
OÖ) gespeist wird.
Für hilfsbedürftige Menschen
„Starthilfe Wohnen“ tritt nicht in Konkurrenz zu Kreditinstituten.
Der Zugang erfolgt ausschließlich über Sozialeinrichtungen (Schuldnerberatung,
Wohnungslosenhilfe Mosaik, pro mente, Caritas, Volkshilfe und Sozialberatungsstellen),
die die Anspruchsberechtigung prüfen.
Unterstützt werden Menschen mit geringem Einkommen, die von einer Sozialeinrichtung
betreut werden und bei denen eine Rückzahlung gesichert ist.
Die Abwicklung der Unterstützung ist beim Verein Sozialzentrum angegliedert
und erfolgt durch ehrenamtliche MitarbeiterInnen.
Seit über 20 Jahren unterstützt der Verein Sozialzentrum Vöcklabruck
Menschen in Notlagen im Bezirk Vöcklabruck: Von der Hilfe für wohnungslose
Menschen über Beratung bei familiären Krisen, Betreuung bei Arbeitslosigkeit
bis zum Sozialmarkt. Das innovative Projekt „Starthilfe Wohnen“
passt sehr gut ins Leistungsangebot des Vereines.
Waltraud Schobermayr, Obfrau Verein Sozialzentrum
Stellungnahmen der Projektgruppe des Armutsnetzwerkes
Eine psychische Erkrankung ist ein großes Armutsrisiko, wie viele Studien
belegen. Eine Wohnung zu finden und den Start zu finanzieren ist darum oft eine
große Herausforderung.
„Starthilfe Wohnen“ ist darum ein tolles Projekt. Besonders gefällt
mir daran, dass die Menschen dabei in ihren BürgerInnenrechten aber auch
BürgerInnenpflichten bleiben können und nicht zu AlmosenempfängerInnen
werden. Das ist eine Sache der Würde und das ist bei der Arbeit gegen Armut
ein sehr wichtiger Punkt.
Valentin Schweitzer, Bezirksleiter Vöcklabruck, pro mente oö
Die jüngste Erfahrung der Schuldnerberatung OÖ zeigt, dass immer
mehr Menschen keine Schuldenregulierung vornehmen können oder die vereinbarten
Sanierungspläne nicht einhalten können, weil ihre Existenz, insbesondere
die Wohnsituation nicht gesichert ist.
Ziel der Schuldnerberatung OÖ ist daher auch die Existenzsicherung, insbesondere
die Stabilisierung der Wohnsituation, als Basis für jede Schuldenregulierung.
Dafür ist das Projekt "Starthilfe Wohnen" ein vielversprechendes,
innovatives Hilfsmittel, und wird von der Schuldnerberatung OÖ unterstützt.
Sieglinde Prag, Geschäftsstellenleiterin Vöcklabruck, Schuldnerberatung
OÖ
Die Wohnungslosigkeit ist in den letzten Jahren in unserer Region gestiegen.
Die Anzahl der Betreuungen durch die Wohnungslosenhilfe Mosaik hat sich innerhalb
eines Jahrzehnts verdoppelt! Aus unserem Beratungsalltag wissen wir, dass die
Einstiegskosten für leistbare Wohnungen oft eine große Hürde
darstellen. Daher haben wir gemeinsam mit anderen Sozialeinrichtungen das Projekt
„Starthilfe Wohnen“ entwickelt.
Stefan Hindinger, Leiter Wohnungslosenhilfe Mosaik
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